Im vierten Schuljahr in Folge nahmen 16 ZehntklässlerInnen des Ludwig-Frank-Gymnasiums wieder am Schüleraustausch mit der wunderschönen Hafenstadt Bisceglie in Apulien teil. Bevorzugt Lateinlernende, die bisher noch keine Möglichkeit zu einem Austausch hatten, aber auch einige Französischlernende machten sich am frühen Morgen des 5. Oktobers mit dem Zug auf den Weg in den Süden. Verschönert wurde die Zugfahrt durch einen mehrstündigen Aufenthalt in Mailand, der für eine kurze Tour durch das Stadtzentrum und ein Abendessen am Bahnhof reichte. Anschließend ging es mit dem Nachtzug direkt ans Ziel – nach Bisceglie, unweit von Bari.
Nach einem herzlichen Empfang durch die italienischen Gastfamilien ging es schon bald direkt ins Liceo da Vinci, wo sich die SchülerInnen bei verschiedensten Aktivitäten kennenlernen konnten. Für die italienischen SchülerInnen, die dort Deutsch lernen, war dies die beste Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Anschließend ging die Gruppe ans Meer, das direkt neben der Schule liegt und auf das man von einigen Klassenzimmern aus sogar einen tollen Ausblick hat – so lässt es sich lernen!
Am Nachmittag folgte eine kleine Stadtführung durch den historischen Stadtkern Bisceglies. Am nächsten Tag ging es direkt kulinarisch los. In der Ölfabrik Frantoio Dottore Simone lernten die SchülerInnen nach einer kurzen Werksführung zunächst, Taralli, gerne auch als „apulische Brezeln“ bezeichnet, sowie die typische lokale Pastasorte „Orecchiette“ selbst herzustellen. Diese wurden anschließend nicht nur verkostet, sondern alle erhielten zusätzlich eine Geschenktüte mit lokalem Olivenöl. Am Abend ging es kulinarisch weiter. In der Pizzeria Salsello wurde live frischer Mozzarella hergestellt, der als Vorspeise vor verschiedensten Pizzen verkostet wurde. So frisch hatte ihn wohl noch kaum jemand probiert!
Donnerstags folgte der erste reguläre Schultag. Von der ersten bis zur sechsten Stunde nahmen die deutschen GastschülerInnen mit ihren AustauschpartnerInnen am regulären Unterricht teil. Auch wenn sie in manchen Fächern nur wenig verstanden, konnten sie zumindest im Deutschunterricht zu deutsch-italienischen Vorurteilen und den Schulsystemen im Vergleich mitarbeiten. Am späten Nachmittag folgte ein Ausflug in die Nachbarstadt Trani inklusive einer Führung durch das „schwäbische Schloss“ und die Kathedrale.
Auch am Freitag wurde noch einmal am Unterricht teilgenommen, bevor die Gastgebenden um 12 Uhr eine Verkostung typischer apulischer Spezialitäten wie Panzerotti, Focaccia und Sospiri anboten. Nach einer entspannten Mittagspause ging es anschließend nach Bari, die Hauptstadt Apuliens. Trotz Regens waren die Teilnehmenden begeistert von der Schönheit der Stadt. Sie lernten einiges über die Sehenswürdigkeiten, probierten eine der besten Focaccias der Stadt oder gingen shoppen.
Wetterbedingt musste der für das Wochenende geplante Ausflug nach Polignano a Mare leider abgesagt werden. Doch die Austauschgruppe ließ sich vom Regen nicht die Stimmung vermiesen. Die SchülerInnen trafen sich, wie so oft, alle gemeinsam im lokalen Einkaufszentrum, gingen in eine Trampolinhalle, trotz des Regens ans Meer oder entdeckten weitere Regionen Apuliens.
Am letzten Programmtag bot das Liceo da Vinci eine eindrucksvolle Abschiedsshow mit beeindruckenden Gesangseinlagen von Schülerinnen der Austauschgruppe und Ehemaligen, Ballettvorführungen und modernen Tanzeinlagen. Neben dem sprachlichen Zweig, der auch am Austausch teilnimmt, gibt es dort nämlich noch einen naturwissenschaftlichen und einen choreografischen Zweig.
Daraufhin folgte ein Spaziergang durch Bisceglie bis zur Ölfabrik Galantino, die dieses Jahr ihr hundertjähriges Jubiläum feiert und ihr Olivenöl inzwischen in alle Welt exportiert. Von der Qualität des Öls konnten sich nach einer Werksführung auf Deutsch und Italienisch alle selbst überzeugen. Bevor dort gemeinsam zu Mittag gegessen wurde, wurden Affiorato-Öl sowie Basilikum-, Zitronen-, Kräuter-, Chili- und Knoblauchöl verkostet, von denen auch einige als Mitbringsel mit nach Mannheim gebracht wurden. Beim Dr.-Why-Pubquiz in der lokalen Bar Trapetum klang der Abend schließlich sehr gesellig und bei gutem Essen aus.
Vor allem müde, einerseits traurig über den Abschied, andererseits aber auch dankbar für die ereignisreiche Woche mit so vielen lieben Menschen, einem tollen Programm und leckerem Essen, trafen sich alle am frühen Dienstagmorgen um 5:30 Uhr in Barletta, um mit dem Zug zurück in die Heimat zu reisen.
Zum Glück lässt der Gegenbesuch nicht lange auf sich warten, denn schon Ende November werden die apulischen Gäste in Mannheim sein und die Vorweihnachtszeit genießen.
Ein großer Dank gilt allen Beteiligten, vor allem den Gastfamilien, dem Organisationsteam um Pina Rinaldi und Angelo Nichilo sowie der Schulleitung des Liceo da Vinci, die diesen Austausch zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle gemacht haben.
U. Stemler & F. Fritz































