Vom 14. bis 22. Mai ging es auch in diesem Schuljahr wieder für 23 SchülerInnen der 10. Klasse in die wunderschöne Hafenstadt Bisceglie, in der Nähe von Bari.
Die Austauschpaare kannten sich bereits von dem Besuch der italienischen Gäste in Mannheim im Oktober 2025 und freuten sich daher schon umso mehr, alle wiederzusehen.
Mit nur einem Umstieg in Mailand, der nicht nur zur Besichtigung des Domes, der Galerie Vittorio Emanuele und des Castello Sforzescos, sondern auch zum ersten italienischen Abendessen einlud, kam die Gruppe am frühen Freitag Morgen in Bisceglie an. Für die meisten war es die erste Fahrt im Nachtzug – eine bequeme Art, durch Europa zu reisen, die zudem durch die Viererabteile mit Ausklappbetten an ein Landschulheim erinnerte.
Von italienischer Gastfreundschaft überwältigt, konnten sich alle zunächst von der langen Fahrt erholen, bevor sich am Nachmittag zur Stadtführung mit Rallye durch Bisceglies charmante Altstadt getroffen wurde. Anschließend ging es direkt ins Wochenende mit den Familien. Viele trafen sich gemeinsam am Strand, besuchten die nächstgelegene Großstadt Bari, Alberobello und vieles mehr. Mit vielen Eindrücken und Erzählungen trafen sich schließlich alle am Montagmorgen am Liceo da Vinci in Bisceglie. In direkter Lage am Meer ließ sich der Einblick in verschiedene Fächer, wie beispielsweise Spanisch, Englisch, Deutsch oder auch in ein gemeinsames Naturwissenschaftslabor, besonders genießen. Besonders interessant war für einige auch der Tanzunterricht des Profils „coreutico“, das neben dem sprachlichen und naturwissenschaftlichen Profil am Liceo da Vinci angeboten wird. Die SchülerInnen des Ludwig-Frank-Gymnasiums lernten außerdem bei der darauffolgenden Schulrallye einige Besonderheiten des italienischen Schulalltags kennen: Wie oft gibt es Pausen? Wie lange dauern die Schulstunden? Wo werden eigentlich die Handys eingeschlossen? Oder wie viele Hausmeister gibt es eigentlich pro Gang?
Aufgrund eines Streiks im öffentlichen Nahverkehr wurde der angesetzte Ausflug nach Trani folglich durch einen Nachmittag am Meer ersetzt. Sehr zur Freude aller Teilnehmenden, die sich dort entspannen, Volleyball spielen oder sogar schwimmen konnten – jedoch ausschließlich die deutschen SchülerInnen, da es den ItalienerInnen noch zu kalt ist.
Am Abend trafen sich alle zum gemeinsamen Pizzaabend, der mit einer Vorführung eingeleitet wurde, in der gezeigt wurde, wie Mozzarella und Stracciatella hergestellt werden, die selbstverständlich anschließend gekostet werden durften.
Am Dienstag stand ein großer Ausflugstag an: zunächst in die charmante Hafenstadt Monopoli, anschließend nach Polignano, die Geburtsstadt Domenico Modugnos, des Sängers von „Volare“, mit ihrer malerischen Bucht und zum Abschluss nach Bari, wo in kleinen Gassen der Altstadt noch Orecchiette von Hand hergestellt werden.
Am folgenden Tag wurde die Austauschgruppe im Rathaus offiziell von der Stadträtin willkommen geheißen. Im edlen Ratsaal erfuhren alle Teilnehmenden vieles über Bisceglie und Herr Stemler und Frau Fritz erhielten das Stadtwappen, das in Zukunft die Austauschvitrine des LFGs schmücken wird. Nach dem offiziellen Besuch durfte nochmals in den Unterrichtsalltag eingetaucht werden, bevor es zur Präsentation kulinarischer apulischer Köstlichkeiten in die Bibliothek ging. Selbstverständlich durfte alles von Focaccia über Nuvole und Pizzelle bis hin zu Taralli probiert werden.
Kulinarisch ging es auch im Anschluss weiter, denn in der lokalen, aber global bekannten Ölmühle Frantoio Galantino lernten die Teilnehmenden schließlich, wie aus der Olive das flüssige Gold wird. Auch hier folgte auf die informative Führung durch den Betrieb die Verkostung verschiedener Öle, wie beispielsweise Chili-, Zitronen- oder Kräuteröl, die ausschließlich aus natürlichen Zutaten hergestellt werden und dort nicht künstlich aromatisiert sind. Für viele war dies die optimale Gelegenheit, für FreundInnen oder Familie ein typisch italienisches Souvenir mitzunehmen.
Auch der letzte Tag in Apulien stand den vorherigen kulinarisch in nichts nach. An einer großen Tafel in der Ölmühle Frantoio Dottore Simone lernte die Austauschgruppe das typische Salzgebäck, die Taralli, sowie die Pastasorte, die aufgrund ihrer Form Orecchiette („Öhrchen“) genannt wird, selbst herzustellen und natürlich anschließend zu genießen. Die besondere italienische Gastfreundschaft und Wärme wurde auch hier besonders deutlich, denn zum Abschied bekam jede/r Teilnehmende einen kleinen Kanister des dort hergestellten Olivenöls überreicht. Frisch gestärkt konnte es dann wieder in die Schule gehen.
Unvergessliche Eindrücke bot letztendlich die Abschlusszeremonie, die die italienischen SchülerInnen gestalteten und moderierten. Alle waren von den Ballettvorführungen, Tanzeinlagen, dem Gesang, der unter die Haut ging, und dem Abschlussvideo begeistert und einige wurden dort bereits melancholisch, da die Austauschwoche damit zu Ende ging.
Viele Tränen, Umarmungen und Vereinbarungen für zukünftige Treffen gab es am frühen Freitagmorgen am Bahnhof der Nachbarstadt Barletta. Für alle Beteiligten ging mit der Rückfahrt eine Woche zu Ende, die sie so schnell nicht vergessen werden. Für einige entstanden Kontakte und Freundschaften über Landesgrenzen hinaus, die sie auch nach dem Austausch pflegen und erhalten wollen.
Im Namen des Ludwig-Frank-Gymnasiums bedanken wir uns herzlich bei allen Beteiligten: allen teilnehmenden SchülerInnen, den herzlichen Gastfamilien, der Schulleitung und den italienischen KollegInnen P. Rinaldi und A. Nichilo für die Organisation dieser tollen Austauschwoche. Grazie mille e alla prossima!
U. Stemler & F. Fritz





























































