Ludwig Frank – Schüler*innen beim Vortrag von Prof. Philipp Gassert

Das MARCHIVIUM, das Mannheimer Dezernat für Arbeit, Soziales, Wirtschaft und Kultur sowie die Kunsthalle Mannheim luden in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Philipp Gassert von der Universität Mannheim am Donnerstag, den 26. Februar 2026, zu einem Vortrag ein, der dem jüdischen Sozialdemokraten Ludwig Frank gewidmet war.

Schüler*innen der Kursstufe 1 begleiteten ihren Geschichtslehrer Matthias Kneller zu dem Vortrag und beteiligten sich im Anschluss an den Vortrag rege an der Diskussionsrunde um das Erinnern an Ludwig Frank.

Einführende Worte äußerte Bürgermeister Thorsten Riehle (SPD) und die Moderation des Abends wurde von Frau Prof. Dr. Heidrun Kämper (sozialdemokratische Stadträtin und Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mannheims) übernommen.

Der Namensgeber unserer Schule wurde von Prof. Gassert aus der Mannheimer Perspektive vorgestellt und insbesondere als Demokrat und Pazifist beleuchtet. So kam es zu einer kritischen Erinnerung und Einordnung, besonders im Hinblick darauf, ob der Sozialdemokrat als Pazifist gelten könne, wenn er sich doch zu Beginn der Ersten Weltkriegs freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte.

Auch entbrannte eine Diskussion darüber, ob man über Frank sagen könne, dass er den Heldentod gestorben sei.

Dazu ist festzuhalten, dass Manches aus der historischen Perspektive betrachtet werden muss, Diskurse sich mit der Zeit verschieben.

Anderes, wie die Abiturrede Franks, gilt für eine Schulgemeinschaft jedoch immerzu:

„Wir müssen gerecht werden, wir müssen ein Herz haben für die Leiden der Tieferstehenden. Wir dürfen uns nicht rüsten zu einem roh egoistischen Interessenskampf, nein, unser Streiten sei ein Streiten um das Wohl aller im Dienste der Allgemeinheit.“

Die Diskussion am Ende des Vortrags beleuchtete schließlich auch das Denkmal Franks im unteren Luisenpark, welchem seit Ende Januar 2026 eine Informationsstele hinzugefügt wurde. So erhielten alle Beteiligten auch einen interessanten Eindruck in das lebendige Erinnern einer Stadtgesellschaft.

M. Kneller